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Solarkraftwerke aus der Vogelperspektive

Auf dem Rückflug meiner Andalusien-Exkursion bot sich ein schöner Ausblick auf die Andasol-Parabolrinnen-Kraftwerke bei Guadix/Granada. Man sieht schön die beiden bestehenden 50-MW-Anlagen daneben eine Flächen, die gerade für ein weiteres Solarkraftwerk vorbereitet werden.

Solarthermische Kraftwerke bei Guadix/Andalusien
Solarthermische Kraftwerke bei Guadix/Andalusien

Standorte der Energieversorgung

Man liest es in allen Zeitungen und bekommt es sowohl in Radio als auch TV ständig um die Ohren geschlagen: “Was ist der Energieträger der Zukunft?” In der Regel werden dann Vor- und Nachteile einzelner Energieträger einander gegenüber gestellt, á la “Pro und contra Windkraft”, “Was kann die Biomasse leisten?”, “Atomkraft - ja oder nein” oder “Wann ist das Öl zuende?”.

Eigentlich sind wir schon mehrere Schritte weiter. Nicht ein einzelner Energieträger wird unsere Zukunft dominieren, sondern ein im Vergleich zu  heute veränderter Energiemix. Es ist sicher, dass Kohle, Öl, Gas und auch ein geringer Anteil nuklearer Energie zu unserer Versorgung in 20 oder 30 Jahren beitragen werden. Allerdings wird der Beitrag Erneuerbarer Energien (Wind, Wasser, Biomasse, Solarthermie, Photovoltaik und Geothermie) detlich zunehmen und die Energieversorgung dadurch diversifiziert.

Worauf möchte ich hinaus?

Die Bedeutung der Erneuerbaren Energien (EE) kann nur dann optimiert werden, wenn räumliche, geographische Gesichtspunkte noch stärker berücksichtigt werden als heute.

Beispiele gefällig? Noch immer wird die Ausweisung oder Verhinderung von Flächen, die mit Windkraftanlagen bestückt werden können, von den Bundesländern geregelt. Statt dessen würde ein bundesdeutscher Aktionsplan mit sorgfältiger Prüfung geeigneter Flächen und deren zügiger Ausweisung neue Planungssicherheit bieten und somit Investitionskosten für die Standortprospektion reduzieren. Wir sollten einsehen, dass Windkraft nur dann sinnvoll ist, wenn sie an guten, windträchtigen Standorten mit hoher öffentlicher Akzeptanz aufgebaut wird. Dies können nur massive Windparks sein, ob on- oder offshore.

Gleichermaßen sind Biogasanlagen nur dann sinnvoll, wenn in deren Einzugsgebieten genügend Biomasse anfällt und nicht über viele Kilometer herangekarrt werden muss. Gleichermaßen sind Solaranlagen nur an günstigen Standorten wirtschaftlich.

Momentan herrscht eine gewisse Unkoordiniertheit bezüglich der energiepolitischen Standortstrukturen. Es gibt sicher hunderte Energieinitiativen, Modellregionen und staatliche Projekte. Diese sind aber deutlich unstrukturiert, oftmals ist Akteuren gar nicht bekannt, was sich in unmittelbarer Nachbarschaft tut.

Daher ist die “Geograpische Energieforschung” als junge Forschungsdisziplin von besonderer Bedeutung. Seit 2006 existiert ein Arbeitskreis innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Geographie, der sich dieser Thematik annimmt. Von Zeit zu Zeit werde ich an dieser Stelle darüber informieren, was sich in diesem Arbeitskreis, den ich mit gegründet habe, tut.